Monika H. aus Gütersloh leidet an Multipler Sklerose und ist aufgrund der Krankheit seit 1999 nicht mehr in der Lage, zu Arbeiten. Ein großer Rückschlag für die Gynäkologin, die bis dahin mit viel Enthusiasmus ihren Beruf ausgeübt hat und es liebt, anderen Menschen zu helfen.

Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die das Gehirn und das Rückenmark betrifft. Die Nervenfasern entzünden sich und erschweren somit eine komplikationslose Weiterleitung. Motorische Störungen bis hin zu Lähmungserscheinungen sind mögliche Folgen. Die Krankheit bis heute viele Fragen unbeantwortet und ist in Verlauf, Beschwerdebild und Therapieerfolg von Patient zu Patient so unterschiedlich, dass sich allgemeingültige Aussagen nur bedingt machen lassen.

„Zu Beginn dieser Krankheit hatte ich eigentlich nur Probleme mit meinem Bein, das konnte ich nicht mehr so bewegen wie ich wollte. Ich wurde daraufhin mit Verdacht auf Bandscheibenbeschwerden mit Kortison behandelt, dies brachte für einige Zeit etwas Linderung“, erzählt Monika H.

Die Kortisonmedikation verlangsamt die damals noch nicht erkannte Multiple Sklerose, bis dann doch eine Krankheits-Verschlechterung mit Spastiken und Akinesien eintritt.

Seit 2005 sitzt sie im Rollstuhl, zu Beginn noch ein Rollstuhl, den sie mit den Händen steuern kann.

Monika H. ist eine tapfere Frau mit viel Lebenskraft. Sie beginnt ihr Leben den aktuellen Umständen zuwider, ihr Leben neu zu sortieren. Sie fasst all ihren Mut zusammen und geht ihrem liebsten Hobby nach, dem Reisen. Sie besucht unter anderem Zypern und Verona.

„Damals konnte ich nur die Beine nicht mehr bewegen, aber dafür hatte ich genug Kraft in den Armen um meinen Rolli selbständig zu steuern. Ich beschloss, neue Länder und Kulturen kennenzulernen. Eine tolle Erfahrung, man muss sich einfach nur mal was trauen“, so Monika H. freudestrahlend.

Noch heute denkt sie sehr gern an die Zeit zurück und bereut keine einzige Entscheidung.

Seit 2012 verlässt sie krankheitsbedingt die Kraft in ihren Armen, ein Elektrorollstuhl wird benötigt.

Monika H. lässt nichts unversucht, um es ihrem Umfeld so einfach wie möglich zu machen. So lässt sie sich einen suprapubischen Katheter einsetzen, damit die fast stündlich anfallenden Toilettengänge für ihre Pflegekräfte entfallen. Sie kauft auf eigene Kosten eine Treppensteighilfe, um bestmöglich ohne großen Aufwand die Treppen im Rollstuhl hinauf- und herunterzukommen.

Sie möchte für ihr Umfeld keine Last sein, denn sie selbst hat vor ihrem Studium als Gynäkologin jahrelang den Beruf der Krankenschwester ausgeübt und weiß, wie belastend die Pflege eines kranken Menschen sein kann.

Inzwischen erleichtern ihr die Hilfsmittel von Humanelektronik das Leben enorm. Durch ihre nahezu vollständige Unbeweglichkeit ist Monika H. nun komplett auf fremde Hilfe angewiesen. Humanelektronik stattet sie mit der Umfeldsteuerung Rollix®, der Rollstuhlsteuerung Protos®, der elektronischen Sprachsteuerung EasyByVoice®, sowie Buddy Buttons zur Auswahl der Menüfelder aus. Die Sensoren sind neben ihrem Kopf angebracht, da sie diesen noch seitlich bewegen kann.

Die Umfeldsteuerung Rollix® kann neben der Steuerung des Rollstuhls auch Infrarotgeräte, Funkempfänger und diverse Bluetooth-Handys und Telefone steuern. Dies befähigt den Anwender unter anderem zu telefonieren, den Fernseher zu bedienen, Musik zu hören, Fenster und Türen zu öffnen oder zu schließen, das Licht ein- und auszuschalten. Frau H. nutzt die Rollix® Umfeldkontrolle hauptsächlich zur Steuerung ihres Rollstuhls und ihres Computers. Die Rollstuhlsteuerung Protos® steht in Verbindung zu Rollix®: Mit dem Nullwegjoystick steuert sie das Menü der Umfeldsteuerung. Die Rollstuhlsteuereinheit ermöglicht Menschen, die wie Frau Hoffmann aufgrund fehlender Muskelkraft Schwierigkeiten haben, eine normale Rollstuhlsteuerung zu bedienen, die Steuerung des Rollstuhls. Das System zeichnet sich durch eine extrem leichte Bedienung mit möglichst wenig Kraftaufwand aus. Eine Kalibrierung sorgt dafür, dass die aufzubringende Kraft auf den Benutzer angepasst wird. Monika H. nutzt die Protos® Rollstuhlsteuerung mit den Lippen, durch ein Halterungssystem ist Protos® genau vor dem Kopfbereich angebracht. Protos® als externer Taster kann außerdem dazu genutzt werden, auf eine PC-Maus umzuschalten, die dann die Bedienung des Computers ermöglicht und als Bestätigungstaste für die Umfeldsteuerung Rollix® dient.

Mit der elektronischen Sprachsteuerung EasysByVoice® steuert sie Telefon, TV, Licht, Rollläden sowie Türen. Sie betätigt EasyByVoice® einfach über beliebige Sprachkommandos. So wird beispielsweise über das eingespeicherte Kommando „Gute Nacht“ das Bett in Schlafposition gebracht und das Licht ausgeschaltet. Über das System können bei entsprechender Ausstattung alle Komponenten der elektrischen Installation eines Hauses oder einer Wohnung gesteuert werden.

Die beiden Buddy Buttons, die seitlich über eine Halterung am  Kopf befestigt sind, nutzt sie zum Ein- und Ausschalten und um auf dem Display des Rollix® Menüpunkte auszuwählen.

„Ich kann mich durch den elektrischen Rollstuhl inklusive der Umfeld- und Sprachsteuerung in der Wohnung besser bewegen und bin etwas unabhängiger. Ich muss nicht andauernd fragen, ob mir jemand den Fernseher einschalten kann, für mich im Internet surft, oder mir die Tür öffnet. Ich kann einfach viele kleine Alltagsabläufe selbst bewältigen. Diese Unabhängigkeit ist einfach unbeschreiblich!“ strahlt Monika H.

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