Der 17-jährige Kaiserslauterer Dennis Bastian leidet an Muskeldystrophie Duchenne.  Die Erbkrankheit, bei der das Muskelprotein Dystrophin nicht mehr gebildet werden kann, führt im Verlauf der Krankheit zum Verlust von Muskelfasern. Seine Eltern bemerken eine körperliche Veränderung, als Dennis 3 Monate alt ist. Trotz normaler Ernährung verliert er immer weiter an Gewicht. Nach zahlreichen Tests wird seine Erkrankung durch eine Muskelbiopsie diagnostiziert.

Durch die einhergehende Skoliose muss sich Dennis einigen Operationen unterziehen. So wird seine Wirbelsäule mit einem Stab gegen weitere Verkrümmung gestützt und die Achillessehnen durchtrennt. Ursache hierfür ist die bei der Krankheit typische Kontraktur der Achillessehne, die häufig einen Gang auf Zehenspitzen verursacht und die Betroffenen sogenannte „Spitzfüße“ entwickeln lässt.

Ein unglücklicher Sturz auf sein Steißbein verkürzt seine rollstuhlfreie Zeit. Der damals Achtjährige  ist lange bettlägerig und infolge dessen nicht mehr so beweglich wie zuvor.

Muskeldystrophie Duchenne lähmt die Schulter-, Arm- und Handmuskulatur bis hin zur Funktionsunfähigkeit. Dies macht selbst einfachste Handhabungen im Alltag sehr schwer bis unmöglich.

Dadurch, dass Dennis seine Finger noch gut bewegen kann, ist sein Smartphone sein einziges Kommunikations- und Steuergerät. Neben der Kommunikation mit seinen Freunden und der Verwendung als Spielkonsole steuert er darüber seinen iArm mit kleinen Berührungen auf dem Display. Der iArm ist sein Begleiter in jeder Lebenssituation. Er nutzt ihn in der Schule, unterwegs, sowie auch zu Hause.

„Es ist wie ein neues Leben, ich kann endlich allein und selbständig Dinge tun, ohne zu fragen, ob das jemand für mich übernehmen kann“, erzählt er begeistert.

Gemeint sind Alltagssituationen, wie zum Beispiel sich den Kopf zu kratzen, die Tür zu öffnen, heruntergefallene Dinge wieder aufzuheben, sich ein Glas Wasser einzuschenken – alles Dinge, um die er vorher ein Familienmitglied bitten muss.

Der iARM wurde speziell für Menschen entwickelt, deren Muskelkrafteingeschränkt ist. Indikationen sind unter anderem Muskelatrophie, Multiple Sklerose, Querschnittslähmung, ALS oder Muskeldystrophie. Der persönliche Assistent erweitert Möglichkeiten und das selbständige Ausführen von Tätigkeiten aller Art. Basierend auf dem natürlichen Vorbild, besteht der iARM aus einem frei beweglichen Arm und einem handähnlichen Greifer. Mit Hilfe dieses Arms können wieder alltägliche Handlungen ausgeführt werden, wie z. B. Essen und Trinken, mit Freunden spielen, Aufzug fahren oder Zähneputzen.

Die Familie stand ihm vor der Erprobung des iArm tatkräftig zur Seite. Dennis ist ohne Hilfsmittel vollständig auf Hilfe angewiesen, das gesamte Leben der Familie muss um die Bedürfnisse von Dennis herum arrangiert werden. Dies ist für die Angehörigen zum Teil anstrengend und nervenzehrend. Der iArm ist eine große Entlastung für die Familie und vereinfacht seitdem das Zusammenleben, da niemand mehr ständig in Rufweite sein muss – Dennis hat damit auch wieder mehr Privatsphäre zurückgewonnen.

Durch den iArm bekommt Dennis sein Selbstwertgefühl zurück und sein größter Wunsch – einfach unabhängiger zu sein – geht in Erfüllung.

„Ebenso muss ich sagen, dass der iArm überhaupt kein Hindernis am Rolli darstellt. Er ist so platzsparend angebaut, dass ich problemlos damit durch Türen fahren kann“, erzählt Dennis, während er das Glas Wasser mit dem elektrischen Greifer anhebt und zum Mund führt.

Dennis ist ein sehr lebensfroher, zielstrebiger junger Mann, steht mit großem Interesse seinem Umfeld gegenüber und probiert gern Neues aus. Der Schüler ist sehr gern draußen im Freien unterwegs und trifft sich mit seinen Freunden. „Letztens waren wir zusammen essen, da habe ich mein Bier mit dem iArm getrunken, die Blicke hättet ihr mal sehen müssen“ schmunzelt Dennis freudestrahlend.

Dennis steht noch am Anfang der iArm-Nutzung. So schnell wie möglich möchte er noch feinere Bewegungen und Abläufe mit dem iArm beherrschen – da er jeden Handgriff mit dem System macht, wird dies wohl nicht lange dauern. „Als nächster Punkt steht das Ausräumen der Spülmaschine auf dem Plan, es wird schon nichts kaputtgehen“, lacht Dennis.


 

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